Expertenfachtagung: Verzicht auf Ferkelkastration

Praxiserfahrungen und Perspektiven

Das BMELV und die QS Qualität und Sicherheit GmbH haben am 25. Juni 2013 zu einer Fachtagung in Berlin zum Thema “Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration” geladen.

Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Tierschutz und Verbraucherschutz diskutierten bei der Fachtagung über die bisher gesammelten Praxiserfahrungen zu den verschiedenen verfügbaren Alternativen. Gegenstand der Diskussion waren auch Fragen der Produktvermarktung und der Qualitätssicherung.

Ab 2019: betäubungslose Ferkelkastration in Deutschland verboten

Noch werden in Deutschland jährlich rund 25 Millionen männliche Ferkel ohne Betäubung kastriert, weil die Verbraucher Eberfleisch wegen des zuweilen auftretenden typischen Geschlechtsgeruchs – insbesondere beim Erhitzen – als unangenehm empfinden und nicht akzeptieren. Ab 2019 ist die betäubungslose Ferkelkastration in Deutschland jedoch nicht mehr zugelassen. Alternative Verfahren gewinnen somit zunehmend an Bedeutung und werden auf ihre Praxistauglichkeit, die Bewertung im Hinblick auf Verbraucherwünsche und unter Berücksichtigung des Tierschutzes erprobt, erforscht und angewandt.

Die Fachtagung diente den beteiligten Interessenvertretern aus den Bereichen Landwirtschaft, Schlachtung und Vermarktung als Plattform zum Austausch der bisherigen Erfahrungen und Perspektiven zu den verschiedenen Aspekten der Thematik.

Ferkelkastration ist auf dem richtigen Weg

Im Themenblock Landwirtschaft wurden Praxiserfahrungen über die möglichen Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration beleuchtet. Hier galt das Augenmerk insbesondere der der Jungebermast. Aber auch Erfahrungen über die Kastration unter Betäubung und über das Impfen gegen Ebergeruch wurden eingehend vorgestellt. Im Themenblock Schlachtung/Vermarktung befassten sich die Experten mit den praktischen Erfahrungen zur Vermarktung und Qualitätssicherung von Jungeber-Schlachtkörpern. In einer anschließenden Expertendiskussion mit Vertretern aus Landwirtschaft, Tierschutz, Handel, Verarbeitung und Verbraucherschutz wurden die möglichen Perspektiven erörtert.

Die Teilnehmer der Fachtagung waren sich einig, dass Deutschland mit dem Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration auf dem richtigen Weg ist.